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Medienecho

14.09.2012, 15:35 Uhr | "Der Patriot" Lippstädter Zeitung

In Berlin ist „Bernhard bärenstark“

Bernhard Schulte-Drüggelte hat einen grünen Rucksack. Streng genommen muss man sagen: er hatte einen grünen Rucksack. 35 Jahre lang. Mit dem war er sogar in Santiago de Compostela. Jetzt hat ihn die Bundeskanzlerin: Angela Merkel. Und einen Sack Kartoffeln aus der Soester Börde hat sie jetzt auch.

Kreis Soest - Bernhard Schulte-Drüggelte hat einen grünen Rucksack. Streng genommen muss man sagen: er hatte einen grünen Rucksack. 35 Jahre lang. Mit dem war er sogar in Santiago de Compostela. Jetzt hat ihn die Bundeskanzlerin: Angela Merkel. Und einen Sack Kartoffeln aus der Soester Börde hat sie jetzt auch.

3650 Tage ist der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Soest jetzt in Berlin im Amt. Das sind zehn Jahre. Seit der 15. Wahlperiode. Ein Jubiläum. 22 Wochen im Jahr verbringt er in der Bundeshauptstadt. Macht Politik. Sein Büro liegt in bester Nachbarschaft zum Brandenburger Tor, dem Adlon-Hotel, der britischen und der russischen Botschaft - unter den Linden. Nur eine Etage über ihm hat am vergangenen Montag Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit seinen Mitarbeitern ein Büro bezogen. Soviel zur prominenten Nachbarschaft.

In seinem Büro hängen sieben Bilder: vier Gemälde, zwei Fotos der Abgeordneten des Haushaltsausschusses und ein Poster. Auf zwei Gemälden sind Schulte-Drüggeltes Jagdhütte und seine Hofanlage in Soest zu sehen. Zwei andere hat sein Onkel gemalt und das Poster hat er von seinen vier Kindern bekommen. Darauf zu sehen: Der amerikanische Boxer Muhammad Ali, der den Boxer Sonny Liston in der ersten Runde nach 105 Sekunden K.O. geschlagen hat. Das war 1965. Da war Bernhard Schulte-Drüggelte vierzehn Jahre alt. Er ist sich sicher, dass er den Boxkampf damals im Fernsehen geguckt hat. „Bernhard bärenstark“ haben seine Kinder mit schwarzem Filzstift auf das Poster geschrieben. Das war vor etwas mehr als zehn Jahren. Als er im ersten Wahlgang in der Soester Stadthalle zum Kandidaten für die Bundestagswahl gewählt wurde. Irmgard Soldat und Martin Michalzik hatten das Nachsehen.

„Es ist, als würde ich auf Montage fahren“, sagt der 61-Jährige über seine Zeit in Berlin. Sonntagsabends hin. Freitagsabends zurück. Eine Dienstwohnung hat er nicht. Er schläft im Hotel. „Schließlich bin ich nicht zum Wohnen, sondern zum Arbeiten hier.“ Montags trifft sich die Landesgruppe aller nordrhein-westfälischen CDU-Abgeordneten. Dienstags tagen die fraktionsinternen Arbeitsgruppen. Da bereiten sie die Ausschusssitzungen vor. Schulte-Drüggelte sitzt im Haushaltsausschuss des Bundestages. Ist Berichterstatter für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. „Die Energiewende ist eine wichtige Aufgabe“, sagt er. Da kann er mitgestalten. Anschließend muss er zur Fraktionssitzung. Mittwochs sind die Ausschusssitzungen. Donnerstags und freitags die Plenarsitzungen im Deutschen Bundestag und die Sitzung des Ältestenrates. Da ist er auch Mitglied. „Wenn der Ältestenrat zusammenkommt, gibt es mittags etwas zu essen. Das ist der große Vorteil“, sagt er und lacht. Für den kleinen Hunger zwischendurch steht eine Obstschale im Büro - gefüllt mit Bananen und Weintrauben. Ansonsten isst er gerne Kalbsleber oder eine Berliner Currywurst.

Vom Hotel zum Büro zum Bundestag und zurück - Bernhard Schulte-Drüggelte geht zu Fuß. Wenn sich die Arbeitsgruppen im Bundestag treffen, nimmt er die Treppe: „So bewahre ich mir meine Bodenhaftung.“ Und nach zehn Jahren ist es für ihn auch noch nicht zur Routine geworden, vor dem Plenum im Bundestag zu sprechen. „Wenn Rede zur Routine wird, ist sie nicht mehr gut. Ich bin immer noch nervös, wenn ich nach vorne an das Pult trete.“ Anmerken lässt er sich das nicht. Bei der ersten Haushaltslesung am vergangenen Dienstag hat er acht Minuten Redezeit gehabt.

Wenig Zeit bleibt für Freizeit und das riesige kulturelle Angebot in der Hauptstadt. „Ein Arbeitstag endet, wenn er zu Ende ist. Abends gehe ich ins Hotel und lese“, sagt er. Manchmal geht es auch in das Kino am Potsdamer Platz. Zuletzt hat Schulte-Drüggelte dort den Kinofilm „Ziemlich beste Freunde“ gesehen: „Der war gut.“

An den Wochenenden ist er in seinem Wahlkreis Soest unterwegs: „Der steht für mich immer an erster Stelle.“ Dann besucht er Veranstaltungen, fährt Fahrrad oder geht spazieren. Die Landwirtschaft ist auf der Strecke geblieben: „Beides zusammen geht nicht.“ Um seinen Hof in Möhnesee kümmern sich andere.

Als Bernhard Schulte-Drüggelte am vergangenen Sonntagabend in Hamm in den ICE nach Berlin gestiegen ist, hatte er seinen grünen Rucksack auf den Rücken geschnallt. Darin: Kartoffeln für die Kanzlerin. CDU-Kollege Eckhard Uhlenberg musste noch das Versprechen einlösen, dass er Frau Merkel am 12. Juli 2004 bei einem CDU-Kreistagstreffen gegeben hat: einen Sack Kartoffeln aus der Soester Börde. Im Frühjahr machte die Kanzlerin Schulte-Drüggelte darauf aufmerksam. Acht Jahre später konnte sie sich noch daran erinnern. Den grünen Rucksack fand Merkel auch toll. Bernhard Schulte-Drüggelte hat ihn ihr vermacht. Er bleibt ja auch quasi in der politischen Familie.

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